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Milchreis

Was geht Leude
seid ihr mit mir down
Mit dem Sound aus Hamburg City
dem die Leude vertraun

Jan Delay - Türlich Türlich

Ich sitze mal wieder in einem Glaskasten und arbeite. Eben habe ich mir einen Milchreis gegönnt ... mit Schoko! Hmmm!

Dies wird nun endgültig mein letzter Eintrag. Ursprünglich wollte ich ihn mit doors-Zitaten überschütten und dem ganzen einen dramatischen Touch geben. Aber das kann ich nicht. Nicht mehr.

Deshalb beende ich nun auch diesen blog. Er war eine zeitlang wichtiger Teil meines Lebens. Eine wichtige Phase. Ich habe mich geändert. Und so kann ich diesem blog nicht mehr treu bleiben, denn er war durchtränkt von einer gewissen Grundstimmung, die nun hinter mir liegt.

Wie sieht es nun aus in mir? Was liegt hinter dem Vulkanausbruch?
Wie soll ich dies in Worte fassen, wenn ich es selbst kaum greifen kann? Es ist bunter geworden da drinnen und da draußen. Ich kann die Welt singen hören. Neue Dämonen sind erschienen, größer und erschreckender als jene zuvor. Nun, ich hab's mir ja so ausgesucht

Der graue öde mechanisch-hemmende Schleier, der mich nahezu mein ganzes Leben begleitete, hat sich gelüftet.

Jetzt kann ich endlich durchatmen.

P.S.: In den letzten zwei Monaten war ich unterwegs und habe mir alternative Wohnprojekte angeschaut, von denen ich Cyborgsociety und Die Kämpferin nicht unerwähnt lassen möchte. Danke für die Erfahrungen!
P.P.S: Auf Wiedersehen, flederle!
5.10.07 17:12


36 hours

Eigentlich weniger dann werde ich in Hamburg sein. Kann es mir gar nicht vorstellen, was vielleicht ein gutes Zeichen ist. Ich träumte den krassesten Traum seit langem, zumindest soweit ich mich erinnern kann. Seltsamer Traum. Kein Happy End, viel Erkenntnis?

Nun auf, der erste Hügel ist fast erklommen. Dort oben ist ne Rutsche, die ins Irgendwo führt, meine nächste Etappe. Aber noch muß ich ein paar Meter klettern und vor allem mal loslegen, denn ich will nicht spät in der Nacht ankommen.

Dies ist nur ein Zeit*Punkt gerade. Er ist genauso wichtig wie unwichtig. Er geht vorüber und hoffentlich kann ich eines Tages auf diesen Zeit*Punkt schmunzelnd zurückblicken und sagen:

Du hast schon alles richtig gemacht, lieber David!
9.8.07 11:16


*start.up*

Marburg, den 6.August 2007 15:40
Music: Pink Floyd - Dark side of the moon
Körperliche Befindlichkeit: Das High schwillt ab. Es war verstörend und vertrauensvoll zugleich. Ein wenig Rotwein zum Essen.

Von nun an keine Hilfsmittel mehr. Keine Krücken, keine Scheinbelohnungen. Klarheit. Kein Tabak kein Dope. Meine Lunge benötigt Rast, um wieder frei atmen zu können. Meine Psyche möchte entspannen anstatt sich ständig mit Halluzinugenen zu überfordern. Mein Rücken möchte aufrecht atmen anstatt gekrümmt zu japsen.

Nun beginnt der Aufstieg zum nächsten Berg, der so beschwerlich erscheint. Es gibt den inneren Kompaß und eine vage Landkarte. Der Wecker klingelt das Geräusch formt sich zu einer Standuhr. Ticken. TIME.

Die größte Angst die ich habe ist es, jenseits von meinen sicheren Gewohnheiten zu schweben und nicht mehr zurück zu wollen. Letztendlich diese alte Haut endlich abzustreifen und die Welt mit Flügeln zu entdecken.

Welches ist der grosse Drache,
den der Geist nicht mehr Herr und Gott heissen mag?
"Du-sollst" heisst der grosse Drache.
Aber der Geist des Löwen sagt
"Ich will".*

Die Furcht vor der Freiheit aber: Warum?

Nun ich werde jetzt aufbrechen, um vor Sonnenuntergang schon ein paar Meter hinter mir zu wissen. Noch sind die Berge weit hinten in der Ferne und ich laufe durch hügeliges Land bewachsen mit Wein.

Noch.

* Fritz N. - Also sprach der Übermuth
6.8.07 15:59


Sehnsucht!

"Denn wer liebt, der ist voller Sehnsucht und findet nie ruhigen Schlaf, sondern zählt und berechnet die ganze Nacht hindurch die Tage, die da kommen und gehen."
Chrétien de Troyes

Eigentlich wollte ich ihn beenden diesen Blog, ich hatte schon das letzte Kapitel geschrieben (aba nicht veröffentlicht) und nun spüre ich wieder eine Notwendigkeit, mich auszudrücken, denn ich leide an einer schweren Krankheit ()

Sehnsucht ist der Begriff, den unsere Kultur dafür verwendet und diese Sehnsucht frißt mich auf in manchen Momenten. Aber was und warum genau ist die Frage aller Fragen, denn ich könnte mich freuen über meinen Freiraum und über das Geschehene und über das Wieder-Sehen ...

[Ich war zwei Monate im Annaversum]

Es ist wohl mein eigenes Gefühl von Minderwertigkeit, was mir Angst macht. Angst, daß sie nun realisiert wie anstrengend die Zeit mit mir doch ist, wie neurotisch und schwer ich doch bin, wie sehr sich alles um meine kleine Welt kreist.

[Ein weibliche Wesenheit flirtet gerade mit mir. Mag sie nun mich oder mich in meinem Job? Was löst das alles in mir aus? Fühl mich geschmeichelt. Konnte ihrem Blick nicht standhalten. Uff! Habe ich jetzt bestanden oder versagt? Oder das Spiel einfach nur soweit getrieben, wie ich es wollte?]

Angst, daß sie in ähnliche Situationen kommt und ihnen nachgibt. Was ich gut verstehen könnte denn sie sind sehr reizvoll diese Situationen. Und dies ist eigentlich nicht das Schlimme, denn [nun käme die ganze Chose mit der Eifersucht und die möchte ich überwinden] aber die ANGST, daß dieser andere Mensch doch toller spannender als ich sein könnte und ich für immer ausgestoßen werde aus dem Annaversum ...

[... oder daß sie mich einfach vergißt ...]

Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor, es werden Ur-Ängste in mir aktiviert und diese scheinen mich zu unterdrücken; ich fühl mich gespalten und kann ohne sie nicht mehr leben und sein; ICH BIN ABHÄNGIG und kann mich nicht individuell durch diese Welt bewegen ...

AAHHRGH! Nein, ich will und werde jetzt weiter mein Leben in die eigene Hand (oder was auch immer) nehmen, denn ich kann vertrauen in UNS und das was war und ist und sein wird. Ich weiß, daß je mehr ich mich frei machen kann von trotziger Selbstaufgabe desto schöner das Kommende und die erneute Begegnung wird!

[Sie ist für zwei Monate in Hamburg]

Trotzdem: Ich brauch ein Lebenszeichen!
3.8.07 12:04


Der große Fluß

"Der neurotische Charakter leidet unter einer sich ständig steigernden Libidostauung, eben weil seine Befriedigungsmittel den Bedürfnissen des Triebapparates nicht adäquat sind [...]."
"Kann man nicht in Liebe zur Welt sein, so versucht man, sie zu zerstören; anders ausgedrückt: Man ersetzt die nichterzielte Liebesbefriedigung durch eine destruktive Handlung."
Wilhelm Reich

Oh dieses Menschsein ist kein Einfaches!
Befähigt zum Spiel der Lüste - von Möglichkeiten des Lockens und Reizens die so fein und vielfältig wohl nicht so häufig in diesem Universum zu finden sind.
Doch oh weh! Ist genau dieser Segen auch zugleich sein Fluch!
Denn zumindest für neurotische Menschlein wie meinereiner endet dieses Spiel manchmal in fatalen Komplikationen ...

Der große Fluß mag auch für spirituelle Emeriten erreichbar sein, jedoch sehr viel einfacher ist der Zugang in der liebevollen Assoziation mit einem anderen Menschen.

Der große Fluß ist ein Besonderer. Er beginnt mit wenigen zarten Rinnsaalen die sich verbinden können zu einem kleinen Sog der nun immer weiter strudelt und strudelt und irgendwann lösen sich die letzten blockierenden Steine und wir sind angekommen im Fluß, der nun wächst und intensiver wird. Das Wasser beginnt zu brodeln und wechselt die Farben um schließlich zum schwindelnden Kaleidoskop zu kochen.
Jenseits hiervon liegt der Himmel, die Erleuchtung, der Blick ins Ewige ...

Leider steige ich meistens aus dem Fluß wenn ES beginnt zu brodeln. Und so sehr ich fasziniert bin von der Erlebnisfähigkeit des Menschen so bekümmert mich doch mein eigenes Unvermögen, aus Furcht vor der Freiheit die elendige Glasscheibe zu zerschmettern und die Erdbeertorte zu ... (ja was eigentlich? Was würde ich mit der Erdbeertorte machen, wenn ich endlich zu ihr gelangen würde? Alarma!)
4.7.07 10:31


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