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Der große Fluß

"Der neurotische Charakter leidet unter einer sich ständig steigernden Libidostauung, eben weil seine Befriedigungsmittel den Bedürfnissen des Triebapparates nicht adäquat sind [...]."
"Kann man nicht in Liebe zur Welt sein, so versucht man, sie zu zerstören; anders ausgedrückt: Man ersetzt die nichterzielte Liebesbefriedigung durch eine destruktive Handlung."
Wilhelm Reich

Oh dieses Menschsein ist kein Einfaches!
Befähigt zum Spiel der Lüste - von Möglichkeiten des Lockens und Reizens die so fein und vielfältig wohl nicht so häufig in diesem Universum zu finden sind.
Doch oh weh! Ist genau dieser Segen auch zugleich sein Fluch!
Denn zumindest für neurotische Menschlein wie meinereiner endet dieses Spiel manchmal in fatalen Komplikationen ...

Der große Fluß mag auch für spirituelle Emeriten erreichbar sein, jedoch sehr viel einfacher ist der Zugang in der liebevollen Assoziation mit einem anderen Menschen.

Der große Fluß ist ein Besonderer. Er beginnt mit wenigen zarten Rinnsaalen die sich verbinden können zu einem kleinen Sog der nun immer weiter strudelt und strudelt und irgendwann lösen sich die letzten blockierenden Steine und wir sind angekommen im Fluß, der nun wächst und intensiver wird. Das Wasser beginnt zu brodeln und wechselt die Farben um schließlich zum schwindelnden Kaleidoskop zu kochen.
Jenseits hiervon liegt der Himmel, die Erleuchtung, der Blick ins Ewige ...

Leider steige ich meistens aus dem Fluß wenn ES beginnt zu brodeln. Und so sehr ich fasziniert bin von der Erlebnisfähigkeit des Menschen so bekümmert mich doch mein eigenes Unvermögen, aus Furcht vor der Freiheit die elendige Glasscheibe zu zerschmettern und die Erdbeertorte zu ... (ja was eigentlich? Was würde ich mit der Erdbeertorte machen, wenn ich endlich zu ihr gelangen würde? Alarma!)
4.7.07 10:31
 
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